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Das Erziehungskonzept …

für sogenannte Problemhunde, wie ich es anwende, beinhaltet drei Themen oder auch Zielstellungen:

1. Führung und Orientierung geben, 

2. den Stress abbauen und

3. die Befriedigung der Grundbedürfnisse sicherstellen

Im Grunde genommen könnte man es sogar auf die beiden Ziele „Führung geben“ und „Grundbedürfnisse befriedigen“ reduzieren, da der Stressabbau sich zwangsläufig aus der Erfüllung dieser beiden Zielstellungen ergibt. Da aber bei einigen Extremfällen die durch enormen Stress angestaute psychische Belastung so hoch und das Tier vor Angst mental nahezu blockiert ist, muss in solchen Ausnahmefällen diese „Sperre“ zunächst beseitigt werden. Deshalb soll der Stressabbau als eigenständiges Ziel erwähnt bleiben.

Das Konzept als Extrakt

Auf einen Extrakt reduzieren lässt sich mein Konzept wie folgt: Da Herrchen oder Frauchen die Konflikte, und damit die Verhaltensauffälligkeiten ihrer Schützlinge, regelrecht provozieren, wenn sie ihre Pflichten als Rudelführer nicht konsequent erfüllen, muss nicht der Hund erzogen oder resozialisiert werden. Vielmehr müssen Herrchen oder Frauchen motiviert und qualifiziert werden, ihre Aufgaben als Führungspersönlichkeiten wahrzunehmen.

Insofern genügt es bei der Therapie eines problembehafteten Hundes, ihm das Gefühl zu vermitteln oder wieder zu vermitteln, dass ab sofort die Befriedigung seiner Grundbedürfnisse sichergestellt ist. Da in fast allen Fällen das Grundbedürfnis nach Nahrung als befriedigt gelten kann, nur eben nicht das nach Sicherheit, geht es praktisch nur noch um Letzteres. Deshalb erzeugt es bei meinen Kunden immer wieder ein ungläubiges Staunen, wenn ihr „Problemfall“ innerhalb nur weniger Augenblicke, nachdem ich die Führung des Tieres übernommen habe, offenbar wie ausgewechselt erscheint.

Führung und Orientierung zu geben unterstellt, dass alle Verhaltensauffälligkeiten, die einen sogenannten Problemhund kennzeichnen, von A wie Angst und Aggressionen über B wie Beißen oder nervendes Bellen bis hin zu Z wie Zerren an der Leine, auf eine einzige Ursache zurückzuführen sind. Nämlich die nicht geklärte Unterordnung des Hundes unter menschlicher Führung durch einen uns zugestandenen, zu großen Entscheidungsspielraum. Denn ein zu großer Entscheidungsspielraum führt dazu, dass Hunde unsicher sind, ob Herrchen der Rudelführer sein will und kann, oder ob sie statt seiner die sich daraus ergebenden Verantwortlichkeiten eventuell selbst übernehmen müssen.

Die Einschränkung des Entscheidungsspielraumes ist keine Freiheitsberaubung

Die Einschränkung der Entscheidungsmöglichkeiten des Hundes sind nicht gleichbedeutend mit einer Freiheitsberaubung. Vielmehr muss der Mensch begreifen, dass die Unterordnung unter seine Führerschaft und die damit verbundene extreme Einschränkung des Entscheidungsspielraumes für Hunde nichts mit einer negativ belegten Freiheitsberaubung zu tun haben, sondern im Gegenteil, dem ureigenen Interesse entgegenkommen. Das heißt, Hunde fügen sich gerne dieser Stellung und den sich daraus ergebenden Einschränkungen. Nur die sehr Selbstbewussten unter ihnen, ähnlich wie beim Menschen, versuchen zwar hin und wieder mal, ihren Entscheidungsspielraum in Frage zu stellen und neu zu klären. Aber das liegt immer an einer schwachen Führung durch den Hundehalter. Die große Mehrheit unter Hunden ist sogar aktiv daran beteiligt und interessiert, die Struktur zu erhalten und insbesondere jegliche Streitigkeiten zu schlichten.

Der Mensch muss die Führungsfigur sein

Dies wäre dann eindeutig geklärt, wenn Herrchen unmissverständlich deutlich gemacht hat, und dies auch ständig wieder bestätigt, dass er die Führungsfigur ist, an der sich Hunde verlässlich orientieren können und demnach für folgende Dinge die Verantwortung übernimmt:

.1 Die Beschaffung der Nahrung und 2. die Gewährleistung der Sicherheit.

Und damit einhergehen muss:3. Der eingeschränkte Entscheidungsspielraum.





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Hundehaltercoach Reinhard Mumper

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